Naturwaldreservate und Naturwälder

Naturwaldreservate sind Wälder, die sich in einem weitgehend naturnahen Zustand befinden. Die natürliche Waldentwicklung läuft hier ungestört ab. Im Lauf der Zeit entstehen „Ur-„Wälder mit starken Bäumen und viel Totholz. Ziel der Naturwaldreservate ist, möglichst alle in Bayern vorkommenden natürlichen Waldgesellschaften und ihre Standorte zu repräsentieren, um deren natürliche Entwicklung zu erforschen und Erkenntnisse und Strategien für die naturnahe Forstwirtschaft im Zeichen des Klimawandels zu gewinnen.

Über diese sechs bestehenden Naturwaldreservate wurden 2020 im Zuge des Grünen Netzwerks Naturwälder in Bayern 58.000 Naturwälder ausgewiesen, u.a. auch im Spessart. Diese naturnahen, ökologisch besonders wertvollen Staatswälder entwickeln sich nun dauerhaft ohne lenkenden Einfluss des Menschen als „grünes Netzwerk der Naturwälder“.

Naturwaldreservate

Gaulkopf

Buchen- Eichenwald im ehemaligen Heisterblock.

Weißensteinig

Buchenaltbestände auf Flusssandsteinformationen im Südspessart mit Blocküberlagerung.

Kreuzbuckel

Buchenwald am Westrand des Hochspessart. Am Kreuzbuckel entsteht auf einer Fläche von 69 Hektar (dies entspricht etwa einer Größe von 100 Fußballfeldern) ein Urwald von Morgen. Der etwa 150 jährige Buchen-Eichenmischwald mit einzelnen Fichten- und Lärchengruppen wurde seit 1998 aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen. Dieses Naturwaldreservat wird sich wieder zu einem Urwald zurück entwickeln, ohne Eingriff von außen.

Hoher Knuck

Das Naturwaldreservat Hoher Knuck befindet sich an den Osthängen des gleichnamigen Berges. Es grenzt an den im Landkreis Main-Spessart liegenden Fürstlich Löwensteinschen Park. Der alte Rotbuchenwald am Hohen Knuck wurde 1978 als Reservat ausgewiesen und 1998 auf die jetzige Größe von 121,8 Hektar erweitert. Im Jahr 2001 wies die Regierung von Unterfranken das Naturwaldreservat als Naturschutzgebiet aus.

Der Wald besteht überwiegend aus Rotbuchen und Traubeneichen. Kleinere Flächen sind mit jüngeren Douglasien und Fichten bestockt. Am Nordostrand des Naturwaldreservates ist noch die kreisrunde Anlage eines Meilerplatzes zu erkennen. Das Reservat wurde arrondiert und ein durch das Gebiet verlaufender Forstweg zurückgebaut.

Schubertswald

Das Naturwaldreservat liegt auf der Verebnung rechts der Sinn wenige Kilometer südwestlich des Zusammenflusses von Jossa und Sinn. Es umfasst gut 20 ha Fläche und wurde im Oktober 2001 ausgewiesen. Vegetationskundlich wird es als Eichen-Buchen-Wald mit Fichten-Lärchen- und Stroben-Beimischung auf Buntsandstein beschrieben.

Es zeichnet sich vor allem durch eine große Baumvielfalt aus. In der Kernfläche besitzen Buche und Eiche etwa gleich hohe Anteile, doch im Südteil kommen noch Fichte, Europäische Lärche und Strobe hinzu. Im Randbereich im Westen finden sich zudem Buchen-und Eichenbestände. Im Ostteil dominiert die Buche, und es ist ein aufgelassener Pflanzgarten vorhanden.

Gansbrunn

Ehemaliger Mittelwald aus Eiche, Hainbuche und Buche in der Vorrhön: Links und rechts des unteren Sinntales steigt das Gelände rasch an, da sich der Fluss tief in den anstehenden Buntsandstein eingeschnitten hat. Während der Sinngrund in etwa 215m Höhe liegt, erreicht der davon in Ostrichtung etwa 3,7km entfernte Einertsberg bereits 485m. Am Nordwesthang des Einertsberges, der bereits zur Rhön gehört, da die Sinn die geographische Grenze zwischen Spessart und Rhön bildet, befindet sich das Reservat oberhalb der Quelle des Leitenbaches.

Die frühere Mittelwaldnutzung lässt sich noch an den zahlreichen Hainbuchenstockausschlägen und an dem stellenweise im Nordwesten vorhandenem hohen Birkenanteil erkennen. Mittelwaldeichen mit tief angesetzter und breiter Krone befinden sich lediglich in wenigen Exemplaren im Nordostteil der Reservatfläche.

Dominierende Baumarten sind Eiche, Buche und Hainbuche. Bestandespartien mit hohem Buchenanteil weisen der Südostrand und die obere Südwesthälfte des Reservates. Entlang der Südwestgrenze ist ein Streifen mit reiner Eiche vorhanden. In der Reservatsosthälfte und an der Nordwestgrenze herrscht Fichte mit beigemischter Strobe und Buche vor.

Naturwälder

Eine Beschreibung der Naturwälder im Spessart erfolgt an dieser Stelle in Kürze.